wandel

in jedem winkel
der welt strömt
glück oder leid
in die münder,
es pocht in den adern

jahreszeiten lassen
die natur wandeln
und die jahre uns

was man verloren hat,
kehrt nicht mehr zurück
auch die zeit nicht –

die reue sucht
nach der verlorenen zeit,
nach augenblicken, die
nie stattgefunden haben

©Karla W.

nur im traum

ich wiege die zeit
in meinen armen –

wo auch immer
du bist,
begleiten dich sterne
und mond
und die nacht wiegt dich
in den schlaf

der mond singt
ein lied über uns,
deine träume
erzählen von uns

aber wenn du am morgen
erwachst, weißt du
nichts mehr davon –

uns beide gibt es
nur mehr im traum.

 

©Karla W.

 

quarantäne

das bunte geschehen
ist in quarantäne
das leben atmet schwer
die tage keuchen
die stunden leiden
unter langeweile
lichtblicke bleiben fern,
harren im dunkeln

und die sorgen wachsen
viele bilder entsetzen
die distanz entmutigt
die vier wände steigern
den frust

der frühling lacht –
aber nur draußen,
nicht in den herzen.

 

©Karla W.

 

stolz

mit starrem trotz
blickst du nach vorn –
dein stolz wiegt schwer
und verbietet der liebe
den mund
ihre letzten atemzüge
flattern in deiner brust –
wer kann sie retten?

ich kann es nicht,
wenn du nicht verzeihst
dein stolz wiegt schwer,
die liebe kämpft
nicht länger –
sie verliert

und wir
verlieren sie.

 

©Karla W.

 

gespür

und dann sprachen
die töne
im schweigen
versunkener worte
sie trugen uns
und unsere liebe
nicht mehr

ihre silben waren
längst verwelkt,
ruhten im meer
vergessener,
glücklicheren zeiten

doch jetzt,
an tagen der distanz
tauchten sie langsam auf –

flatternd berührten
sich unsere hände,
als hätten sie kurz
hinter den schleier
der zukunft geblickt
und etwas gespürt

 

©Karla W.

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