In den Stillstand eingetaucht

Zwischen
Höhen und Tiefen
kann ich Atem schöpfen
tauche ein in den Stillstand,
taste seine unsichtbaren
Wände ab

stoße mich mit den
Füßen ab
von Wand zu Wand
wie ein Schwimmer
im Becken,
der seine Bahnen
nicht mehr zählt

im eigenen Rhythmus
gedankenlos versunken,
den Ausweg aus dem
Stillstand suchend –

nach einem neuen Hoch
des Lebens lächzend,
vor einem neuen Tief
des Lebens fürchtend…

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©️Karla W.

die kühle der nacht

… und jetzt, die kühle der nacht wieder spürend, über den boden der verzweiflung hinweg schreitend, fast ausnahmslos mit gedanken der gegenwart, aus denen gedanken der zukunft geboren werden, obwohl dies unsinnig erscheint, weil die zukunft nichts erahnen lässt.
zu dicht schwebt der nebel über dem boden, unsicheren schritten die (richtige) richtung verwehrend …

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©️Karla W.
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in lebensfernen zeiten

im durcheinander der zeit
ist das bunte leben
(das gewohnte)
in die ferne gerückt
bleibt hinter schweigenden
lippen verschlossen
in diesen lebensfernen zeiten
leuchten die augen
des frühlings

die welt wiegt sich
in hoffnung auf eine
normale zukunft und
das licht der heilung
schimmert in der ferne,
(wie flamme einer kerze)
hinter der schleier
der zeit

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©️Karla W.

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bis zum rand der ewigkeit

über den wolken
schläft der mond
schmalgesichtig,
in dem dunklen
nachtraum versunken

gleichgültig
bewegt sich die zeit,
traumversunken
kriecht sie voran
über alle grenzen,
tief in das dunkel der nacht
bis zum rand der ewigkeit
und darüber hinaus

schlängelt sich zwischen
den sternen durch
und gleitet sanft
in den geheimnisvollen raum
der unsichtbaren zukunft …

 

©Karla W.

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gespür

und dann sprachen
die töne
im schweigen
versunkener worte
sie trugen uns
und unsere liebe
nicht mehr

ihre silben waren
längst verwelkt,
ruhten im meer
vergessener,
glücklicheren zeiten

doch jetzt,
an tagen der distanz
tauchten sie langsam auf –

flatternd berührten
sich unsere hände,
als hätten sie kurz
hinter den schleier
der zukunft geblickt
und etwas gespürt

 

©Karla W.

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